Vergütung für KWK-Strom sinkt um 10%

Rastatt, 02. April 2012

Bild: presentermedia.com Im Gegensatz zu Anlagen, die nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) vergütet werden, erhalten KWK-Anlagen, die mit Erdgas, Flüssiggas oder Heizöl betrieben werden, keine gesetzlich festgelegte Einspeisevergütung. Stattdessen erhalten fossil befeuerte BHKW-Anlagen einen zeitlich befristeten KWK-Zuschlag, der auf den marktgetriebenen Stromerlös aufaddiert wird. Daher können BHKW-Anlagen, die einen hohen Anteil des bereitgestellten Stroms im eigenen Versorgungsobjekt nutzen, meist deutlich wirtschaftlicher betrieben werden als BHKW-Anlagen, die viel Strom ins öffentliche Netz einspeisen.

Für BHKW-Anlagen mit einer elektrischen Leistung von bis zu 2.000 kW erfolgt die Strompreisvergütung auf Basis des Durchschnittspreises für Grundlaststrom (Baseload) an der Leipziger Strombörse EEX im jeweils vorangegangenen Quartal. Demnach erhalten BHKW-Anlagen im Zeitraum vom 01. April 2012 bis zum 30. Juni 2012 für den eingespeisten Strom den üblichen Preis aus dem ersten Quartal 2012 (01.01. – 31.03.). Dieser auch als KWK-Index ermittelte Wert beträgt aktuell 4,51 Cent/kWh (http://www.bhkw-infozentrum.de/statement/ueblicher_preis_bhkw.html).

Seit mehr als 1,5 JahreN stieg der Grundlaststrompreis nur unwesentlich. Im aktuellen Quartal fiel der KWK-Index gegenüber dem vorherigen Quartal sogar um rund 10%. Gleichzeitig steigen aber derzeit die Brennstoffpreise (Erdgas, Heizöl, Flüssiggas) erheblich an. Auch der Preis für Strombezug erhöht sich aufgrund gestiegener Umlagen und Netzentgelte kontinuierlich.

Problematisch ist diese Entwicklung vor allem für BHKW-Anlagen in der Wohnungswirtschaft, die aufgrund einer fehlenden internen Nutzungsmöglichkeit einen großen Teil der produzierten KWK-Strommenge in das öffentliche Stromnetz einspeisen müssen und hierfür lediglich den oben aufgeführten üblicher Preis zzgl. Entgelte für dezentrale Einspeisung erhalten. Zusammen resultiert aus diesen beiden Preiskomponenten eine Vergütung in Höhe von 4,6 Cent/kWh bis 5,6 Cent/kWh. Auch kommunale BHKW-Anlagen, die in Schulzentren oder in Fernwärme-Heizkraftwerken eingesetzt werden, weisen hohe Stromeinspeisemengen und damit dieselben Probleme auf.

Die hohen Potentiale im Bereich der kommunalen Gebäude und der Wohnungswirtschaft können daher nach Meinung von Markus Gailfuß vom BHKW-Infozentrum nur erschlossen werden, wenn über einen befristeten Zeitraum (10 Jahre) eine moderate Zusatzvergütung für den eingespeisten Strom gewährt wird (http://www.bhkw-infozentrum.de/kwk-gesetz_2012/kwk-gesetz_2012_einspeiseverguetung_bhkw-infozentrum.html).

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